Ich heiße zwar offiziell Caja, aber in diesen vier Tagen war ich vor allem eins: Nase im Einsatz.Wir waren in Weeze. Riesiges Gelände. Überall Menschen in Uniformen, Funkgeräte, fremde Gerüche, Adrenalin in der Luft – und dazwischen wir Hunde. Viele Hunde. Gute Hunde.Schon am ersten Tag wusste ich: Das hier ist kein normales Training mit Leckerli-Pause und Kuscheleinheiten. Immer wieder Alarm. Geschirr an, Konzentration rein, los. Mein Mensch war angespannt, aber ruhig – so, wie ich es mag. Also war ich es auch.Ich habe durch Trümmer gesucht, Staub in der Nase, Beton unter den Pfoten. Dann wieder Fläche, Wind lesen, Witterung finden, anzeigen. Überall Menschen mit ernsten Gesichtern, fremde Regeln, alles roch nach Stress. Und immer wieder: kaum/kein Licht, kein Funk, keine Ahnung, was kommt. Nur meine Nase und das Vertrauen, dass mein Mensch mir folgt.Es gab verletzte Menschen (nur gespielt – hab ich gerochen), viele Menschen auf einmal, Chaos, Lärm, Blaulicht. Und trotzdem: Struktur. Zusammenarbeit. Schweizer Feuerwehren, deutsche Rettungskräfte, viele Hände, viele Stimmen – aber ein gemeinsames Ziel. Finden. Retten. Üben, damit es im Ernstfall sitzt.Wir Hunde wurden oft losgeschickt. Sehr oft. Sechsmal hieß es für mich und meinen Menschen: „Rettungshunde vor!“ Und jedes Mal dachte ich: Okay. Dafür bin ich hier.Mein Mensch hat über viele Stunden Entscheidungen getroffen, Verantwortung getragen, manchmal geflucht, manchmal gelächelt. Ich habe einfach gesucht. Und gefunden. Oder klar gemacht, dass da niemand mehr ist. Beides ist wichtig.Am Ende war ich müde. So richtig müde. Aber zufrieden. Schwanz schwer, Herz voll.Denn dieses Erdbeben war nur gespielt – und genau deshalb war alles so ernst. Damit wir bereit sind, wenn es nicht mehr nur Übung ist.



